Erklärung Faszien

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Wie ein Taucheranzug, wie ein Netz, so beschreiben es Faszienforscher, umhüllt das Bindegewebe den Körper. Unter der Haut, rund um alle Muskeln und Organe, findet man unterschiedlichste Faszien. Dichtes, straffes Gewebe bildet Kapseln, Bänder sowie Sehnen und überträgt Kraft. Was bisher als faseriges Bindegewebe bezeichnet wurde, betrachtet Forscher nun als Faszien, als Teil einer körperweiten Netzwerks.

Lange galt es als Füllmaterial, jetzt erkennen Forscher, wie eng es mit Rückenschmerzen und anderen Leiden verbunden ist.

Das weiße Geflecht (Faszien) schickt Signale ans Nervensystem und ins Gehirn, schüttet Botenstoffe aus und beeinflusst den Kreislauf. Experten hielten es für bloßes Füllmaterial, doch Faszien haben viele Funktionen, wie neue Forschungsergebnisse zeigen: Sie formen und stützen den Körper nicht nur, indem sie Organe und Muskeln umhüllen, Faszien sind auch mit vielen Nervenenden, Schmerz- und Bewegungssensoren versehen, zudem fließt Lymphflüssigkeit durch sie hindurch. Eine entscheidende Rolle spielt das Bindegewebe für die Muskeln, denn dadurch übertragen diese erst ihre Kraft, zudem sorgt es dafür, dass die Muskeln miteinander kooperieren und reibungslos funktionieren. Auch psychischer Stress wirkt durch die Botenstoffe zusammenziehend auf die Kollagenfasern.

Bindegewebe ist ausgesprochen empfänglich für Drücken, Ziehen, Kneten und allerlei mechanische Reize.

Jede Muskelfaser ist von elastischem Fasziengewebe ummantelt (Endomysium). Doch auch der ganze Muskel ist von Fasziengewebe umgeben, dem Epimysium. Sehnen und Sehnenscheiden gehören ebenfalls zu dem Netzwerk.

Nach der Kontraktion sorgen die Faszien dafür, dass der Muskel wieder in seine alte Position zurückgleitet und sich entspannt. Docht nicht nur das, auch für das buchstäblich reibungslose Arbeiten sind sie zuständig. Die Faszien lassen die Faserbündel und ganze Muskeln und Muskelgruppen geschmeidig gleiten. Zudem sind sie wichtig für den Flüssigkeitsaustausch und übertragen Signal an angrenzende Muskeln und das Gehirn.

blackroll – Das Prinzip:
Beim Kontakt mit dem Hartschaum werden Muskulatur und Bindegewebe zusammengedrückt, das reizt die Rezeptoren und erzeugt den Schmerz. Vorteil: Durch den Druck des Körpergewichts auf die Muskeln werden die Faszien, das Netzwerk aus Strängen und Gewebeschichten in und um den Muskel ausgewrungen wie ein nasser Schwamm. Danach saugen sie sich wieder mit frischem Gewebewasser voll. Der Flüssigkeitsaustausch wirkt wie ein Frühjahresputz. Die Verklebungen zwischen Muskeln und Faszien lösen sich, die einzelnen Schichten können wieder reibungslos aneinander vorbeigleiten, der Flüssigkeits- und Nährstoffaustausch verbessert sich. Nach sportlichen Belastungen lassen sich die Muskeln dadurch effizienter regenerieren und schneller wieder fit sein für die nächste Trainingseinheit.

Für Sportler und Manager geeignet !

Bewegungsmangel führt ebenso wie übermäßiger Sport zu Verklebungen in den Faszien, die oft auch die Ursache von Rückenschmerzen sein können. Der Mangel an physiologischen Reizen, also von Be- und Entlastungen, ist einer der Hauptgründe für Schmerzen rund um die Bandscheiben.

Der Druck ist notwendig, um die tiefliegende Schichten der Faszien zu erreichen. Faszien sind kaum dehnbar, sie sprechen aber gut auf Druck an. Trifft man die neuralgischen (Spannung verursachten) Stellen im Muskel, die sogenannten Triggerpunkte, wird der Wohlfühlschmerz noch etwas intensiver. Dort sollte man nun einiges Sekunden ausharren. Denn dort ist der Muskel besonders verhärtet, lösen sich an diesen Stellen die Verklebungen ist das ein gutes Zeichen. Solange im Körper keine Entzündungen vorliegen, kann man sich bei der Faszienbehandlung nicht schaden, im Gegenteil es kann wie eine Sportmassage wirken. Je öfter der Griff zur Rolle, desto entspannter sind die Übungen. Mit jedem mal werden die Muskeln weicher und erholen sich schneller.

Praxistipps:
– Man sollte 10 – 20 mal über die Muskulatur rollen (2-8 Durchgänge)
– Ruhige Bewegung, über den gesamten Muskel, spüre die Entspannung, dabei ruhig ausatmen
– Schmerz ist dabei normal, vor allem am Anfang. Dosierbar indem man mehr oder weniger mit den Armen abstützt
– Verändere während der Übung immer wieder leicht die Position
– Halte an besonders schmerzenden Stellen, den sogenannten Triggerpunkt für einige Sekunden. Optimal ist dabei auch ein harter Tennisball. Der Schmerz ist anfänglich bei 10 und sollte nach ca. 40 sec. auf der Stufe 6 sein.
– Ideal ist erst rollen und dann dehnen

Quelle
Video: NDR
Erklärung: Daniel Wüstholz – Personal Fitness Trainer / Athletiktrainer / Fitnesstrainer – Stuttgart

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